DARSHANA - Philosophie - die Liebe zur Weisheit


Es sind 6 Philosophien aus den 4 Veden (vid: Weisheit) gekommen. Darshan bedeutet sehen, also die Wahrheit sehen. Man muss seine Brille klar machen um zu sehen. Patanjali hat die Philosophie aus den Veden genommen und in den Patanjali Yoga Sutras strukturiert. Die Buddhismus Philosophie kommt nicht aus den Veden (glauben nicht an Gott), - wird aber als authentisch akzeptiert.


Vedanta: ich bin Gott – Nondualität - atman ist brahman
Yoga: Ich bin nicht Gott – Dualität - atman ist nicht brahman
↳ beide Systeme sind authentisch und finden auf einer höheren Ebene zusammen

Die folgende Übersetzung wurde authentisch von Mahamandleshwer Swami Vijnananda im Rahmen der Yogalehrerausbildung am Moksharth Yogainstitut Graz gelehrt.

SAMADHI PADA (der Weg zur Erleuchtung)

 

🪡 Sutra bedeutet Formel oder (Leit-)faden. Formeln helfen dabei, nicht jeden einzelnen Anwendungsfall auswendig zu lernen, sondern dienen als Werkzeug zur Anwendung.


🗣️ Im Vergleich dazu ist ein Sloka eine Erklärung in richtiger Form. 
👓 Die Philosophie ist was und wie du siehst. (Indische Philosophie: Darshana)

 

1. Atha yoga-anuśāsanam

„Jetzt beginnt (für dich) die Yoga-Disziplin.“

Disziplin bedeutet nicht: „was ich will“, sondern: „was ich brauche“.

Sie folgt klaren Regeln – wie eine Wissenschaft.

 

2. Yogaś citta-vṛtti-nirodhaḥ

„Yoga ist das zur-Ruhe-Bringen / Kontrolle der Gedankenbewegungen im Geist.“

Kontrolle heißt nicht Unterdrückung oder Ausschalten, sondern bewusste Lenkung.

Es ist nicht Serotonin, das glücklich macht – es ist die Hoffnung.

 

3. Tadā draṣṭuḥ svarūpe avasthānam

„Dann ruht der Seher (die Seele) in der eigenen wahren Form.“

Ein Löwe, der sich für ein Schaf hält, erkennt im Spiegel: Er ist ein Löwe.

 

4. Vṛtti-sārūpyam itaratra

„Sonst (hat Seher) gleiche Form wie Gedankenkreis.“

Du beobachtest etwas – und glaubst, du bist es.

 

5. Vṛttayaḥ pañcatayyaḥ kliṣṭā akliṣṭāḥ

„Es gibt fünf Arten von Gedankenkreisen, die den Geist aufwühlen oder beruhigen.“

Der gleiche Gedanke kann aufwühlen oder Frieden bringen.

Ein verschwundenes Handy kann Stress oder Erleichterung auslösen.

 

6. Pramāṇa-viparyaya-vikalpa-nidrā-smṛtayaḥ

(Die fünf Arten sind): „gültiges Wissen, Irrtum, Einbildung, Schlaf und Erinnerung.“

 

7. Pratyakṣa-anumāna-āgamāḥ pramāṇāni

„Gültiges Wissen entsteht durch direkte Wahrnehmung, logisches Denken oder eine authentische Quelle.“

 

8. Viparyayo mithyā-jñānam atad-rūpa-pratiṣṭham

„Es gibt Wort, aber das Ding gibt es nicht.“ 

Oder: Einbildung ist eine Wort-Weisheit-Unausgeglichenheit mit fehlender Existenz.
Oder: Irrtum entsteht, wenn etwas anders erkannt wird, als es wirklich ist.

Ein Seil wird für eine Schlange gehalten – oder ein Knarren für einen Einbrecher.

 

9. Śabda-jñāna-anupātī vastu-śūnyo vikalpaḥ

„Es gibt Worte, aber kein entsprechendes Ding.“

Einbildung ist ein leeres Konzept: Beispiel: „kaltes Feuer“, „lila Milchkühe“.

 

10. Abhāva-pratyaya-ālambanā vṛttir nidrā

„Schlaf ist ein Gedankenkreis, der von Leere gekennzeichnet ist.“

Du weißt du hast geschlafen – nicht geträumt.

 

11. Anubhūta-viṣaya-asaṃpramoṣaḥ smṛtiḥ

„Erinnerung sind Erfahrungen, die geblieben sind.“

Nicht alles Erlebte wurde auch bewusst durchlebt und losgelasssen.

 

12. Abhyāsa-vairāgyābhyāṃ tan-nirodhaḥ

„Durch Übung und Nicht-Anhaften werden Gedanken unter Kontrolle gebracht.“

Bewegung ist leicht. In der Stille zeigt sich wahre Kontrolle.

 

13. Tatra sthitau yatno ’bhyāsaḥ

„Dort bleiben (wo keine Gedanken sind) ist Praxis.“

Wenn der Kopf sagt: „Es geht nicht mehr“, fehlt oft nur Glukose. Höre nur auf, wenn der Körper wirklich müde ist – sonst greifst du nie deine inneren Reserven an. Der wertvollste Moment ist, wenn der Geist aufgibt – und du bleibst.

Ablauf: Ziel verankern, Gedanken lenken, Körper folgt
Übung: Tun, was ich will
Praxis: Darüber hinausgehen

Gerne kann die vollständige Übersetzung schriftlich erworben werden und bei Bedarf online besprochen werden. Melde dich dazu direkt bei mir.

SADHANA PADA – Der Weg durch Praxis

KRIYA YOGA


1. Tapah-svadhyayesvara-pranidhanani kriya-yogah

„Kriya Yoga besteht aus Tapa (wörtlich „Hitze“ oder Disziplin), Svadhyaya (Selbststudium) und Isvara pranidhana (Bhakti = Hingabe zu Gott).“

Vorbeuge: um Hinhabe zu stärken (Blut in Kopf, Verstand denkt er hat genug)
Rückbeuge: um Tapah zu erhöhen (sehr anstrengend)
Asana: für ausgeglichenen Verstand
Tapah und Bhakti: für Konzentration

 

2. Samadhi-bhavana-arthah klesa-tanukarana-arthas ca

„Kriya Yoga schwächt Störungen (klesa) ab und führt zu Samadhi.“

3. Avidya-asmita-raga-dvesa-abhinivesah klesah

„5 Kleshas sind Unwissenheit, Ichbezogenheit, Anhaftung an Freude/Abneigung, Angst vor dem Tod.“

Das sind die Ursachen allen Leidens.

4. Avidya ksetram-uttaresam prasupta-tanu-vicchinna-udaranam

„Unwissenheit ist der Nährboden aller weiteren klesas, mögen diese schlafend, schwach, unterdrückt oder aktiv sein.“

5. Anitya-asuci-duhkah-anatmasu nitya-suci-sukha-atma-kyatir-avidya

„Das Vergängliche für Unvergänglich, das Unreine für rein, das Leidvolle für glückbringend und da Nicht-Selbst für das wahre Selbst zu halten, ist Unwissenheit.“

6. Drg-darsana-saktyor-ekatmateva-asmita

„Die Vorstellung eines „Ich“ entsteht aus der Identifikation des Beobachters mit dem Objekt der Wahrnehmung.“

7. Sukha-anusayi ragah

„Freude entsteht aus Verlangen nach Freudvollem.“

8. Duhka-anusayi dvesah

„Traurigkeit entsteht aus Abneigung zu Leidvollem.“

.... auch hier kann die vollständige authentische Übersetzung direkt bei mir erworben werden.